"Heimat - in sechs Richtungen" Lesung, Workshop und Konzert in der Kulturwerkstatt Kircheib

 

Am Sonntag, den 23.06.19 findet ab 17.00 Uhr in der Kulturwerkstatt Kircheib, auf dem Gelände des Reifenhandels Krah (Hauptstraße 14), die letzte Veranstaltung vor der Sommerpause statt. Die international bekannte Akkordeonistin Eva Zöllner und die mehrfach ausgezeichnete Autorin Annegret Held beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Heimat und ihrer eigenen Herkunft aus dem Westerwald.

 

 

Lesung "Armut ist ein brennend Hemd"

 

Annegret Helds 2015 erschienener Roman spielt im fiktiven Westerwälder Ort Scholmerbach, wo es nichts gibt außer Kartoffeln und Rüben, die man essen und aus denen man Schnaps brennen kann. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert herrschen Armut und harte Arbeit. Zwischen Gebet, Kuhstall und Kirmes fristen die Hauptfiguren ihr karges Dasein und als verheerende Hungersnöte das halbe Dorf hinwegraffen, ziehen fahrende Händler vorbei, die hübschen Mädchen ein besseres Leben in London versprechen.

 

 

 

Die 1962 in Pottum geborene Autorin Annegret Held arbeitete zunächst als Polizistin. Die Erlebnisse in ihrem Beruf verarbeitete sie in ihrem ersten Buch, nach dessen Erfolg sie sich verstärkt der Literatur widmete. Durch ihre mitreißende, überschäumende Sprachkraft verwandelt sie vergessenen Inseln deutscher Geschichte zum Zentrum einer einzigartigen, faszinierenden Welt.

 

Workshop im kreativen Schreiben

 

Darüber hinaus gibt Annegret Held Interessierten von 13.00 bis 15.00 Uhr die Möglichkeit in einem zweistündigen Schreibworkshop Zugang zur eigenen Kreativität zu finden. Mit verschiedenen Techniken des kreativen Schreibens wird es darum gehen "den im tiefsten Inneren wartenden schöpferischen Impuls" aufzuspüren und "zu sehen, was wir wundersames aus dem eigenen Ich hervorzaubern können".

 

 

 

 

Heimat - in sechs Richtungen - Konzert mit zeitgenössischer Musik für ein Akkordeon

 

Ab ca. 18.30 Uhr spürt die Trägerin des Westerwälder Kulturpreises 2018, Eva Zöllner, mit ihrem Instrument der Frage nach, welche Rolle „Heimat“ in Zeiten von Globalisierung und Migration spielt. Zusammen mit vier Komponist*Innen aus Deutschland, dem Iran, Weissrußland und Kolumbien begibt sich die Akkordeonistin auf die Suche nach musikalischen und persönlichen Identitäten. Diese knüpfen in Ihren Kompositionen Verbindungen zwischen ihren Herkunftsländern und der deutschen Wahlheimat und nähern sich dem Heimatbegriff aus sehr unterschiedlichen Perspektiven.

 

Die Interpretin stellt den Kompositionen eigene musikalische Kommentare gegenüber und begibt sich in ihrer Heimat, dem Westerwald, auf die Suche nach vergessenen Melodien und Geschichten. Das Akkordeon wird dabei verfremdet und beispielsweise mit Klängen aus Spieluhren, Kassettenrekordern und Dampfmaschinen kombiniert.

 

 

 

Der Eintritt für die Abendveranstaltung von 17.00 bis 20.00 Uhr (Konzert und Lesung) beträgt 8,- € (ermäßigt 5,- €)

 

Der Unkostenbeitrag für den Workshop von Annegret Held 13.00 bis 15.00 Uhr beträgt 10,- € (ermäßigt 6,- €)